Pflegeexamen: Vorbereitung, Ablauf und Lernplan für die generalistische Ausbildung

Von CuraworkStand: Oktober 2026

Die Vorbereitung aufs Pflegeexamen beginnt für die meisten zu spät und am falschen Ende: mit dem Auswendiglernen von Krankheitsbildern, obwohl die Prüfung seit der Generalistik etwas anderes abfragt, nämlich ob du in einer Pflegesituation den Pflegeprozess gestalten, begründen und reflektieren kannst. Dieser Artikel erklärt, wie die drei Prüfungsteile aufgebaut sind, was tatsächlich bewertet wird, wie die elf curricularen Einheiten mit den Prüfungsaufgaben zusammenhängen, und gibt dir einen Lernplan für die letzten zwölf Wochen, der mit dem anfängt, was in der Prüfung am meisten zählt.

Kurz gesagt: Das Pflegeexamen besteht aus drei Teilen: schriftlich (drei Aufsichtsarbeiten à 120 Minuten an drei Tagen), mündlich (30 bis 45 Minuten zu einer komplexen Fallsituation, einzeln oder zu zweit) und praktisch (reale Versorgung von mindestens zwei Menschen, mit schriftlicher Pflegeplanung, Fallvorstellung, Durchführung und Reflexionsgespräch, maximal 240 Minuten). Jeder Teil muss mindestens mit „ausreichend" bestanden werden; jeder Teil kann einmal wiederholt werden. In allen drei Teilen wird dasselbe geprüft: ob du aus einer Situation einen begründeten Pflegeprozess machen kannst. Deshalb lernst du am besten nicht nach Krankheitsbildern, sondern nach Fallsituationen, und übst das Schreiben von Pflegeplanung und Pflegebericht, bis es automatisch geht.

Stand: Oktober 2026.

Pflegeexamen Vorbereitung: schriftlicher, mündlicher und praktischer Prüfungsteil der generalistischen Pflegeausbildung

Wie das Pflegeexamen aufgebaut ist

Die staatliche Prüfung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ist in der Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflAPrV) geregelt. Sie prüft die fünf Kompetenzbereiche der Anlage 2: Pflegeprozesse gestalten, Kommunikation und Beziehung, intra- und interprofessionelles Handeln, Gesetze und ethische Leitlinien, wissenschaftliche Erkenntnisse und Berufsethik. Die Prüfung ist nicht nach Fächern oder Krankheitsbildern geordnet, sondern nach diesen Kompetenzen. Das ist der Grund, warum Lernen nach Lehrbuch-Kapiteln oft an der Prüfung vorbeigeht.

Der schriftliche Teil sind drei Aufsichtsarbeiten von je 120 Minuten, in der Regel an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Jede Arbeit geht von einer Fallsituation aus und stellt Aufgaben, die du begründet lösen musst: Pflegeprobleme erkennen, Maßnahmen planen und begründen, Risiken einschätzen, ärztliche Anordnungen einordnen, ethische Fragen abwägen. Es gibt kaum reine Wissensfragen; das Wissen steckt in der Begründung. Jede der drei Arbeiten muss einzeln mindestens „ausreichend" sein.

Der mündliche Teil dauert 30 bis 45 Minuten je Prüfling, einzeln oder zu zweit, nach einer beaufsichtigten Vorbereitungszeit. Grundlage ist eine komplexe Fallsituation. Geprüft wird, ob du dein Handeln aus Gesetzen, Leitlinien, wissenschaftlichen Erkenntnissen und Berufsethik begründen und im Team einordnen kannst. Die typische Falle: Wer die Situation nur beschreibt, bekommt keine gute Note; wer sagt, warum er was tut und was er dabei abwägt, schon.

Der praktische Teil findet in einer realen Pflegesituation statt: die Versorgung von mindestens zwei Menschen, davon einer mit erhöhtem Pflegebedarf, maximal 240 Minuten ohne Vorbereitungszeit. Er beginnt mit einer schriftlichen Pflegeplanung, dann folgt eine Fallvorstellung von höchstens 20 Minuten, die Durchführung der geplanten und situativ notwendigen Maßnahmen, und zum Schluss ein Reflexionsgespräch von höchstens 20 Minuten. Die Pflegeplanung ist dabei nicht Formsache: Sie ist das Dokument, an dem die Prüfer messen, ob du das, was du tust, vorher gedacht hast.

Bestanden ist das Examen, wenn alle drei Teile mindestens „ausreichend" sind. Wer einen Teil nicht besteht, kann diesen Teil einmal wiederholen. Die genauen Fristen und Abläufe regelt deine Schule nach der Verordnung; frag dort nach, was in deinem Bundesland gilt.

Was wirklich geprüft wird: der Pflegeprozess

Alle drei Teile laufen auf dasselbe hinaus. Du bekommst eine Situation, und du musst zeigen, dass du daraus einen begründeten Pflegeprozess machst: Informationen sammeln, Pflegeprobleme und Ressourcen erkennen, Ziele setzen, Maßnahmen planen, durchführen, dokumentieren und bewerten. Das ist das Handwerk, das in der schriftlichen Prüfung als Aufgabe, in der mündlichen als Begründung und in der praktischen als Handlung geprüft wird.

Zwei Dinge musst du dafür nicht nur verstehen, sondern schreiben können, schnell und sauber: die Pflegeplanung mit Problem, Ressourcen, Ziel und Maßnahmen, und den Pflegebericht mit objektiver Beobachtung und nachvollziehbaren Formulierungen. Beide sind Schreibtechnik, und Schreibtechnik lernt man durch Schreiben mit Rückmeldung, nicht durch Lesen. Wie die Pflegeplanung aufgebaut ist, zeigt der Artikel Pflegeplanung schreiben, die Formulierungen für den Bericht der Artikel Pflegebericht schreiben.

Die elf curricularen Einheiten als Landkarte

Deine Ausbildung ist nach den Rahmenlehrplänen der Fachkommission in elf curriculare Einheiten (CE 01 bis CE 11) gegliedert, vom Ausbildungsstart über Mobilität, Kommunikation, Prävention, kurative Prozesse, Akutsituationen, Rehabilitation, kritische Lebensphasen und Lebensgestaltung bis zu Kindern und Jugendlichen und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Prüfungsaufgaben entstehen aus Fallsituationen, die zu diesen Einheiten passen. Wer weiß, welche Pflegesituationen eine CE typischerweise enthält, erkennt in der Prüfung schnell, was gefragt ist. Eine Übersicht mit Inhalten je Einheit findest du im Artikel Die 11 curricularen Einheiten.

Für die Vorbereitung heißt das: Lerne nicht „alle Krankheitsbilder", sondern je Einheit zwei bis drei typische Fallsituationen so gut, dass du Pflegeprobleme, Risiken, Maßnahmen und Begründungen sicher ableiten kannst. Das sind rund 30 Fälle statt 300 Diagnosen.

Lernplan: die letzten zwölf Wochen

Lernplan Pflegeexamen: die letzten zwölf Wochen in vier Phasen – Grundlagen, Üben unter Prüfungsbedingungen, Schwächen schließen, Wiederholung

Woche 12 bis 9: Grundlagen und Standort. Jede Woche drei curriculare Einheiten, je Einheit die typischen Fallsituationen, die Pflegeprobleme dazu, die Expertenstandards, die dort greifen (Sturz, Dekubitus, Schmerz, Ernährung, Kontinenz, Mobilität, Entlassung, Wunde). Schreibe zu jeder Einheit eine Pflegeplanung zu einem Fall. Am Ende der Woche 9 hast du alle elf Einheiten einmal durch und elf Pflegeplanungen geschrieben.

Woche 8 bis 5: Üben unter Prüfungsbedingungen. Zweimal pro Woche eine schriftliche Aufgabe mit Zeit, 120 Minuten, Fallsituation, Aufgaben wie in der Prüfung. Einmal pro Woche einen Fall mündlich erklären, laut, vor jemandem, der nachfragt. Jeden Tag einen Pflegebericht zu einer Situation aus deinem Praxiseinsatz schreiben und am nächsten Tag kritisch lesen. Hier lohnt sich Rückmeldung mehr als Stoff: Wer dir sagt, was an deiner Pflegeplanung fehlt, bringt dich weiter als ein weiteres Kapitel.

Woche 4 bis 2: Schwächen schließen. Nimm deine schriftlichen Übungen und sortiere nach Fehlerart: fehlende Begründung, falsches Ziel, Maßnahme ohne Häufigkeit, Risiko übersehen. Übe genau diese Fehler, nicht die Themen, die du schon kannst. Für die praktische Prüfung: Pflegeplanung für deine Prüfungsstation in 30 Minuten schreiben können, ohne Vorlage.

Woche 1: Nichts Neues. Wiederholen, schlafen, Ablauf der Prüfungstage durchgehen, Unterlagen bereitlegen. Am Tag vor der schriftlichen Prüfung nicht mehr lernen.

Mit CuraQuiz üben

CuraQuiz ist die Examens-App von Curawork, gebaut für genau diesen Plan: Der Lernpfad folgt den elf curricularen Einheiten, Übungen und Duelle trainieren die Fallsituationen je Einheit, und das Freitext-Feature gibt dir Rückmeldung auf eine selbst geschriebene Pflegeplanung oder einen Pflegebericht, also auf das, was in allen drei Prüfungsteilen gefragt ist und was dir sonst niemand abends um zehn korrigiert. CuraQuiz herunterladen.

FAQ

Häufige Fragen

Häufige Fragen rund um die Vorbereitung aufs Pflegeexamen

Zwölf Wochen mit festem Plan reichen, wenn du die Ausbildung mitgemacht hast. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass du ab Woche 8 unter Prüfungsbedingungen übst und Rückmeldung auf das bekommst, was du schreibst.

CuraQuiz · Lern-App fürs Pflege-Examen

Üben statt nur lesen

Lernpfad durch alle 11 curricularen Einheiten, Fallbeispiele und KI-Feedback auf deine Pflegeplanung und deinen Pflegebericht – kostenlos starten.

Stand: Oktober 2026. Grundlage: Pflegeberufegesetz (PflBG), Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflAPrV) §§ 14–17 und Anlage 2, Rahmenlehrpläne der Fachkommission nach § 53 PflBG. Prüfungsabläufe können je Bundesland und Schule im Detail abweichen; maßgeblich ist die Auskunft deiner Pflegeschule.