Stellenbeschreibung Pflegefachkraft: Muster zum Kopieren und Anpassen

Von CuraworkStand: Oktober 2026

Eine Stellenbeschreibung für eine Pflegefachkraft ist kein Werbetext, sondern ein internes Dokument: Es legt fest, wofür die Stelle da ist, welche Aufgaben und Befugnisse sie hat, wem sie unterstellt ist und was jemand mitbringen muss, um sie auszufüllen. Dieses Muster ist für stationäre und ambulante Einrichtungen gebaut, lässt sich direkt kopieren und in einer halben Stunde auf die eigene Einrichtung anpassen. Am Ende steht, wie aus der Stellenbeschreibung eine Stellenanzeige wird, denn beides wird oft verwechselt, und die Verwechslung kostet Bewerber.

Kurz gesagt: Die Stellenbeschreibung ist das interne Aufgabenprofil, die Stellenanzeige die externe Ausschreibung. Die Beschreibung ist vollständig und nüchtern, die Anzeige kurz und auf die drei Dinge zugespitzt, die Bewerber lesen wollen: Gehalt, Dienstplan, Ort. Eine gute Stellenbeschreibung hat acht Abschnitte: Stammdaten, Ziel der Stelle, Einordnung in die Organisation, Aufgaben, Befugnisse, Anforderungen, Zusammenarbeit und Rahmenbedingungen. Sie wird einmal im Jahr und bei jeder Änderung der Organisation überprüft. Wer sie pflegt, hat für Vorstellungsgespräch, Einarbeitung, Mitarbeitergespräch und Arbeitsvertrag dieselbe Grundlage.

Stand: Oktober 2026.

Stellenbeschreibung Pflegefachkraft: Muster mit acht Abschnitten zum Kopieren und Anpassen

Wofür eine Stellenbeschreibung gebraucht wird

Die Stellenbeschreibung ist das Dokument, auf das vier andere Dinge aufbauen. Der Arbeitsvertrag verweist auf sie, wenn er die Tätigkeit nicht selbst ausführt. Das Vorstellungsgespräch nutzt sie, um Anforderungen zu prüfen, statt nach Bauchgefühl zu entscheiden. Die Einarbeitung orientiert sich an den Aufgaben, die darin stehen. Und das Mitarbeitergespräch misst an ihr, ob die Stelle so ausgefüllt wird, wie sie gedacht war.

Dazu kommt ein formaler Grund: Die Stellenbeschreibung belegt gegenüber Prüfinstanzen, Betriebsrat oder Mitarbeitervertretung, welche Aufgaben an welche Qualifikation gebunden sind. In der Pflege ist das wegen der Vorbehaltsaufgaben für Pflegefachpersonen nach § 4 Pflegeberufegesetz nicht nur Ordnung, sondern Nachweis.

Das Muster: Stellenbeschreibung Pflegefachkraft (stationär)

Kopieren Sie den folgenden Text und ersetzen Sie die Angaben in eckigen Klammern.

1. Stammdaten

Stellenbezeichnung: Pflegefachkraft (m/w/d), [Wohnbereich 2, Haus Lindenhof]

Organisationseinheit: [Pflege und Betreuung, Wohnbereich 2]

Vorgesetzte Stelle: [Wohnbereichsleitung], vertreten durch [Pflegedienstleitung]

Unterstellte Stellen: fachlich [Pflegehilfskräfte, Auszubildende und Praktikanten im Dienst]; disziplinarisch keine

Stellvertretung: Die Pflegefachkraft wird vertreten durch [eine weitere Pflegefachkraft des Wohnbereichs]; sie vertritt [die Wohnbereichsleitung in deren Abwesenheit im Rahmen der Schichtverantwortung]

Umfang: [Vollzeit 39 Std./Woche oder Teilzeit ab 20 Std.], Schichtdienst [Früh/Spät, Nachtdienst nach Absprache]

Stand: [Datum], gültig ab: [Datum]

2. Ziel der Stelle

Die Pflegefachkraft stellt sicher, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnbereichs entsprechend ihrem individuellen Pflegebedarf, dem Expertenstandard und dem Pflegekonzept der Einrichtung versorgt werden. Sie trägt die fachliche Verantwortung für den Pflegeprozess der ihr zugeordneten Bewohner und für die Anleitung der Hilfskräfte im Dienst.

3. Einordnung in die Organisation

Die Stelle ist der Wohnbereichsleitung unterstellt und arbeitet im Dienst eigenverantwortlich im Rahmen der Pflegeplanung. In Abwesenheit der Wohnbereichsleitung übernimmt die Pflegefachkraft die Schichtverantwortung für den Wohnbereich.

4. Aufgaben

Pflegeprozess: Erhebung des Pflegebedarfs, Planung, Durchführung, Dokumentation und Evaluation der Pflege für die zugeordneten Bewohner; Anpassung der Pflegeplanung bei Veränderungen des Zustands.

Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG: Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs, Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses, Analyse, Evaluation, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege.

Behandlungspflege: Durchführung ärztlich angeordneter Maßnahmen [Medikamentengabe, Injektionen, Wundversorgung, Katheterwechsel] nach den Standards der Einrichtung; Beobachtung und Weitergabe von Veränderungen an den behandelnden Arzt.

Dokumentation: Führung der Pflegedokumentation im [System], vollständig, zeitnah und nachvollziehbar; Mitwirkung bei Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst.

Anleitung: Fachliche Anleitung und Kontrolle der Pflegehilfskräfte im Dienst; Mitwirkung bei der praktischen Ausbildung in Abstimmung mit der Praxisanleitung.

Zusammenarbeit mit Angehörigen: Information und Beratung von Angehörigen und Betreuern im Rahmen der Pflegeplanung; Teilnahme an Fallbesprechungen.

Organisation: Mitwirkung bei der Dienstplanung durch Rückmeldung zu Abwesenheiten; Bestellung und Kontrolle von Pflegehilfsmitteln und Medikamenten im Wohnbereich; Mitwirkung an Teambesprechungen und Qualitätszirkeln.

Hygiene und Sicherheit: Einhaltung und Überwachung der Hygienestandards, des Arbeits- und Brandschutzes im Wohnbereich; Meldung von Vorkommnissen nach dem Meldesystem der Einrichtung.

5. Befugnisse

Die Pflegefachkraft entscheidet eigenverantwortlich über pflegerische Maßnahmen im Rahmen der Pflegeplanung und der Standards der Einrichtung. Sie ist berechtigt, Pflegehilfskräften im Dienst Anweisungen zu erteilen, Angehörige über den Pflegeverlauf zu informieren und bei akuten Veränderungen den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder den Rettungsdienst zu verständigen. Nicht in ihrer Befugnis liegen [Dienstplanänderungen, Aufnahme- und Entlassentscheidungen, Personalentscheidungen]; diese liegen bei der Wohnbereichs- oder Pflegedienstleitung.

6. Anforderungen

Fachlich: Abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann, Gesundheits- und Krankenpfleger/in oder Altenpfleger/in mit Berufsurkunde; Kenntnisse der Expertenstandards und der Pflegedokumentation; [Zusatzqualifikation Wundexperte, Palliative Care oder Praxisanleitung erwünscht].

Persönlich: Verantwortungsbewusstsein im eigenständigen Dienst, Klarheit in der Kommunikation mit Hilfskräften, Angehörigen und Ärzten, Belastbarkeit im Schichtdienst, Bereitschaft zur Fortbildung.

Formal: Nachweis der Berufsurkunde, erweitertes Führungszeugnis, Impfnachweise nach den Vorgaben der Einrichtung.

7. Zusammenarbeit

Innerhalb der Einrichtung mit Wohnbereichsleitung, Pflegedienstleitung, Pflegehilfskräften, Betreuungskräften, Hauswirtschaft, Qualitätsmanagement und Praxisanleitung. Außerhalb mit Haus- und Fachärzten, Apotheke, Therapeuten, Medizinischem Dienst, Angehörigen und gesetzlichen Betreuern.

8. Rahmenbedingungen

Vergütung nach [Tarif oder Haustarif, Entgeltgruppe]; Schichtmodell [Früh 6:30–14:00, Spät 13:30–21:00]; Dienstplan [vier Wochen im Voraus]; Fortbildung [mindestens X Stunden pro Jahr, davon Pflichtfortbildungen Hygiene, Brandschutz, Erste Hilfe]. Die Stellenbeschreibung wird jährlich und bei organisatorischen Änderungen überprüft.

Unterschriften: Stelleninhaber/in, Vorgesetzte, Datum.

Anpassungen für den ambulanten Dienst

Im ambulanten Dienst ändern sich vor allem Ziel, Einordnung und Befugnisse. Das Ziel der Stelle lautet dann: Versorgung der zugeordneten Klienten in deren Häuslichkeit nach Pflegevertrag, Leistungsnachweis und Pflegeplanung, eigenständig auf der Tour. Die Stelle ist der Pflegedienstleitung direkt unterstellt, eine Wohnbereichsleitung gibt es nicht. Unter Aufgaben kommen hinzu: Tourenplanung in Absprache, Leistungsnachweise nach SGB V und SGB XI, Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI, Erstbesuche und Pflegevertragsgespräche mit der Leitung. Unter Befugnisse: Entscheidung über die Reihenfolge und Anpassung der Tour bei Ausfällen, direkte Kommunikation mit Hausärzten, eigenständige Verständigung des Rettungsdienstes. Unter Anforderungen: Führerschein Klasse B, Bereitschaft zum Fahrdienst.

Varianten für Wohnbereichsleitung und Praxisanleitung

Für die Wohnbereichsleitung ergänzen Sie Abschnitt 2 um die Verantwortung für Dienstplan, Personaleinsatz und Qualität des Wohnbereichs, Abschnitt 4 um Dienstplanung, Mitarbeitergespräche, Einarbeitung neuer Kräfte und Mitwirkung bei Personalauswahl, Abschnitt 5 um die disziplinarische Anweisungsbefugnis gegenüber den Mitarbeitenden des Wohnbereichs und Abschnitt 6 um die Weiterbildung zur Leitung einer Station oder Wohneinheit beziehungsweise ein Studium.

Für die Praxisanleitung ergänzen Sie Abschnitt 4 um die Planung, Durchführung und Dokumentation der praktischen Anleitung nach Ausbildungsplan, die Zusammenarbeit mit der Pflegeschule, die Mitwirkung an Zwischen- und Abschlussprüfungen und die Beurteilung der Auszubildenden, Abschnitt 6 um die berufspädagogische Zusatzqualifikation von mindestens 300 Stunden und die jährliche Fortbildung von 24 Stunden nach Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung, und Abschnitt 8 um die Freistellung für die Anleitung, mindestens zehn Prozent der praktischen Einsatzzeit.

Von der Stellenbeschreibung zur Stellenanzeige

Stellenbeschreibung und Stellenanzeige im Vergleich: internes Aufgabenprofil mit acht Abschnitten gegenüber kurzer Ausschreibung mit Gehalt, Dienstplan und Ort

Die Stellenbeschreibung ist zwei Seiten lang und vollständig. Die Stellenanzeige ist eine halbe Seite und selektiv. Wer die Beschreibung als Anzeige veröffentlicht, bekommt wenige Bewerbungen, weil Pflegekräfte Anzeigen nach drei Dingen filtern, die in der Beschreibung ganz unten stehen: Gehalt, Dienstplan und Ort.

Nehmen Sie deshalb aus der Beschreibung nur drei Elemente in die Anzeige: aus Abschnitt 8 das Gehalt als Zahl und das Schichtmodell in die ersten drei Zeilen; aus Abschnitt 4 die drei Aufgaben, die die Stelle von anderen unterscheiden, als kurze Sätze; aus Abschnitt 6 die Pflichtqualifikation, sonst nichts. Alles andere, Einordnung, Befugnisse, Zusammenarbeit, Hygiene, bleibt in der Beschreibung und kommt im Gespräch zur Sprache. Wie die Anzeige dann aufgebaut sein sollte, mit Muster und Beispielen, zeigt der Ratgeber Stellenanzeige Pflege schreiben. Und welche Maßnahmen über die Anzeige hinaus Bewerber bringen, steht im Ratgeber Pflegekräfte gewinnen.

Ein praktischer Nebeneffekt: Wenn die Stellenbeschreibung im Bewerbermanagementsystem hinterlegt ist, lässt sich die Anzeige daraus in Minuten erzeugen, und das Vorstellungsgespräch arbeitet mit derselben Anforderungsliste. Was das Curawork BMS dafür mitbringt, steht auf der Produktseite; was jede Woche Vakanz kostet, rechnet der BMS-Rechner.

Häufige Fehler

Die Beschreibung wird aus einer anderen Einrichtung kopiert und nie angepasst, dann stehen Aufgaben drin, die es im Haus nicht gibt, und Befugnisse, die niemand kennt. Die Vorbehaltsaufgaben fehlen, dann lässt sich bei einer Prüfung nicht belegen, dass die Steuerung des Pflegeprozesses bei der Fachkraft liegt. Die Befugnisse werden nicht abgegrenzt, dann entscheidet im Nachtdienst niemand oder jeder. Die Beschreibung wird nach der Einstellung nie wieder angefasst, dann beschreibt sie nach zwei Jahren eine Stelle, die es so nicht mehr gibt. Und die Beschreibung wird als Anzeige veröffentlicht, dann liest sie niemand bis zum Gehalt.

Das Curawork BMS für Pflege und Gesundheitswesen

Quellen: Pflegeberufegesetz (PflBG) § 4 Vorbehaltene Tätigkeiten; Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflAPrV) § 4 Praxisanleitung; SGB XI § 37 Abs. 3 Beratungsbesuche.

FAQ

Häufige Fragen

Stellenbeschreibung Pflegefachkraft

Die Stellenbeschreibung ist das interne, vollständige Aufgabenprofil mit Ziel, Aufgaben, Befugnissen und Anforderungen. Die Stellenanzeige ist die externe Ausschreibung, kurz und auf Gehalt, Dienstplan, Ort und die drei wichtigsten Aufgaben zugespitzt. Die Anzeige wird aus der Beschreibung abgeleitet, nicht umgekehrt.

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