Die Kosten für Recruiting-Software in der Pflege lassen sich auf den Websites der Anbieter fast nie ablesen, und das hat einen Grund: Die Preismodelle sind so unterschiedlich, dass eine einzelne Zahl nichts sagt. Pro Nutzer, pro Stelle, pro Standort, als Paket, mit oder ohne Jobbörsenbudget, mit Setup-Gebühr oder ohne. Dieser Ratgeber erklärt die vier Modelle, zeigt, wo die versteckten Kosten sitzen, rechnet ein Beispiel für drei Einrichtungsgrößen durch und gibt Ihnen eine Vergleichstabelle, mit der Sie jedes Angebot auf dieselbe Zahl bringen: Gesamtkosten im ersten Jahr.
Stand: Oktober 2026.

Die vier Preismodelle

Pro Nutzer. Sie zahlen für jede Person, die im System arbeitet. Das kommt aus der Industrie, wo drei Recruiter hundert Stellen betreuen. In der Pflege passt es selten, weil dort viele Personen wenige Bewerbungen bearbeiten: die Pflegedienstleitung, die Heimleitung, die Wohnbereichsleitung, die Verwaltung. Vier Nutzer für sechs Bewerbungen im Monat ist das falsche Verhältnis. Wenn ein Anbieter pro Nutzer abrechnet, fragen Sie nach, ob „Nur-Lesen"-Zugänge oder Gastzugänge für Führungskräfte kostenlos sind.
Pro Stelle. Sie zahlen für jede aktive Stellenanzeige, oft in Paketen von fünf oder zehn. Das passt für Einrichtungen, die selten suchen, etwa eine Praxis oder ein kleiner ambulanter Dienst. Für ein Pflegeheim, das dauerhaft drei bis sechs Stellen offen hat, wird es teuer, und es setzt den falschen Anreiz: Sie nehmen Anzeigen offline, um zu sparen, und verlieren Sichtbarkeit.
Pro Standort. Sie zahlen einen festen Betrag je Einrichtung, unabhängig von Nutzern und Stellen. Das ist das Modell, das zu Trägern passt, weil es mit der Organisation wächst und die Kosten planbar sind. Fragen Sie nach Staffeln: Ab welcher Standortzahl sinkt der Preis je Haus, und zählt ein ambulanter Dienst mit zwei Touren-Büros als ein Standort oder als zwei?
Paket. Sie wählen eine Funktionsstufe, etwa Basis, Standard, Professional. Die Stufen unterscheiden sich meist bei Multiposting, WhatsApp-Bewerbung, Schnittstellen und Auswertungen. Das Modell ist transparent, solange Sie wissen, welche Funktionen Sie brauchen. Die Falle: Die Funktion, die Sie wirklich brauchen, liegt in der nächsthöheren Stufe. Welche Funktionen für die Pflege Pflicht sind, zeigt die Checkliste im Ratgeber Bewerbermanagementsystem für die Pflege.
Die versteckten Kosten
Die Monatsgebühr ist in der Regel nur die Hälfte der Rechnung. Fünf Posten stehen selten auf der Preisseite.
Die Setup-Gebühr deckt Einrichtung, Karriereseite, Formulare, Vorlagen und Schulung ab. Sie liegt je nach Anbieter zwischen null und einem mittleren vierstelligen Betrag und fällt einmalig an. Fragen Sie, was enthalten ist: Wird die Karriereseite gebaut oder nur freigeschaltet? Ist die Schulung ein Video oder ein Termin?
Schnittstellen kosten extra, fast immer. Die Anbindung an das Personalsystem, den Dienstplan oder die Website wird je Schnittstelle berechnet, einmalig oder monatlich. Für ein einzelnes Haus brauchen Sie meist keine, für einen Träger mit zentralem Personalwesen sind sie der größte versteckte Posten.
Das Jobbörsenbudget ist der Punkt, der am häufigsten übersehen wird. Die Software verteilt Ihre Anzeige, aber die bezahlten Börsen berechnen ihre Anzeigen weiterhin. Kostenlos sind die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und Google for Jobs, bei Indeed sind direkte Arbeitgeber-Anzeigen in Deutschland in begrenzter Zahl kostenlos, Anzeigen aus Bewerbermanagementsystemen laufen über bezahlte Feeds. Alles Weitere ist Werbebudget, das Sie zusätzlich zur Software planen müssen. Details im Ratgeber Multiposting für Pflegeeinrichtungen.
Die Mindestlaufzeit bestimmt, ob ein günstiger Monatspreis wirklich günstig ist. Zwölf Monate sind üblich, 24 oder 36 kommen vor, oft mit Rabatt. Ein Vertrag, der nach zwölf Monaten mit drei Monaten Frist kündbar ist, ist mehr wert als zehn Prozent Rabatt bei 36 Monaten.
Zusatzmodule wie WhatsApp-Bewerbung, KI-Vorprüfung, Mehrsprachigkeit oder erweiterte Auswertungen werden häufig separat berechnet. Lassen Sie sich das Angebot mit allen Modulen ausweisen, die Sie im ersten Jahr nutzen wollen, nicht mit dem Basispaket.
Rechenbeispiel für drei Einrichtungsgrößen
Die folgenden Beispiele rechnen mit Spannen, wie sie am Markt für Bewerbermanagement in der Pflege üblich sind. Setzen Sie die konkreten Angebote, die Sie erhalten, in dieselbe Struktur ein, dann sind die Zahlen vergleichbar. Den Curawork-Preis für Ihre Einrichtungsgröße nennen wir im kostenlosen Erstgespräch.
Ambulanter Dienst, ein Standort, ein bis zwei offene Stellen. Ein schlankes Paket liegt am Markt meist im niedrigen dreistelligen Bereich pro Monat, dazu eine einmalige Setup-Gebühr. Jobbörsenbudget: null, wenn BA-Jobbörse und Google for Jobs angebunden sind und die WhatsApp-Bewerbung im Paket enthalten ist. Gesamtkosten im ersten Jahr: zwölf Monatsgebühren plus Setup, ab dem zweiten Jahr nur noch die Monatsgebühren.
Stationäre Einrichtung, 80 Plätze, drei bis sechs offene Stellen. Ein Paket mit Multiposting, WhatsApp-Bewerbung und Terminbuchung liegt meist im mittleren dreistelligen Bereich pro Monat, dazu Setup. Jobbörsenbudget für eine bezahlte Börse, grob geplant, je nach Anbieter und Laufzeit. Gesamtkosten im ersten Jahr: zwölf Monatsgebühren plus Setup plus Jobbörsenbudget.
Träger mit fünf Häusern, zentral gesteuert. Ein Verbundpaket mit Standorttrennung und Auswertung je Haus liegt meist im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich pro Monat, dazu Setup und eine Schnittstelle zum Personalsystem nach Aufwand. Gesamtkosten im ersten Jahr: zwölf Monatsgebühren plus Setup, Schnittstelle und Jobbörsenbudget.
Zum Vergleich die andere Seite der Rechnung: Was kostet die Stelle, die nicht besetzt ist? Eine offene Pflegefachkraftstelle bedeutet Leiharbeit, Überstunden, Aufnahmestopp oder nicht belegte Plätze. Der BMS-Rechner rechnet aus, was eine Verkürzung der Besetzungszeit in Ihrer Einrichtung wert ist. In den meisten Fällen liegt der Betrag für eine einzige früher besetzte Stelle über den Jahreskosten der Software.
Vergleichstabelle: Jedes Angebot auf dieselbe Zahl bringen
| Posten | Anbieter A | Anbieter B | Curawork |
|---|---|---|---|
| Preismodell (Nutzer / Stelle / Standort / Paket) | Paket je Standort | ||
| Monatspreis für Ihre Größe | |||
| × 12 Monate | |||
| Setup einmalig | einmalig, im Angebot ausgewiesen | ||
| Schnittstellen (einmalig + monatlich) | nach Aufwand | ||
| Zusatzmodule im ersten Jahr | WhatsApp enthalten | ||
| Jobbörsenbudget (geplant) | 0 € mit BA + Google for Jobs | ||
| Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist | |||
| Gesamtkosten Jahr 1 | |||
| Gesamtkosten Jahr 2 |
Zwei Fragen gehören in jedes Anbietergespräch, bevor Sie die Tabelle ausfüllen: „Was ist nicht im Preis enthalten, das wir im ersten Jahr brauchen werden?" und „Welche Kosten entstehen, wenn wir ein Haus dazunehmen?" Die Antworten sagen mehr über die wahren Kosten als die Preisliste.
Wann sich die Software nicht rechnet
Ehrlich gesagt gibt es Fälle, in denen Recruiting-Software die falsche Ausgabe ist. Wenn Sie eine einzelne Stelle einmalig besetzen müssen, ist eine Vermittlung mit Erfolgshonorar günstiger, weil sie nur im Erfolgsfall kostet. Wenn niemand in der Einrichtung Bewerbungen am selben Tag beantworten kann, bringt die Software nichts, weil sie den Weg verkürzt, aber nicht geht. Und wenn Ihre Stellen unattraktiv sind, Gehalt unter Tarif, Dienstplan zwei Tage im Voraus, dann ändert kein Tool etwas an der Zahl der Bewerbungen.
Die Software rechnet sich, wenn Recruiting ein laufender Prozess ist, wenn mehrere Personen oder Standorte beteiligt sind und wenn die Antwortzeit heute das Problem ist. Für diese Einrichtungen ist die Frage nicht, ob die Software ihr Geld wert ist, sondern wie viele Wochen Besetzungszeit sie einspart. Welche Tool-Kategorien es außer dem Bewerbermanagement gibt und wann welche sinnvoll ist, zeigt der Ratgeber Recruiting-Tools für die Pflege.
Das Curawork BMS für Pflege und GesundheitswesenWeiterlesen
Quellen: Indeed, Hinweise zu kostenlosen Direktanzeigen für Arbeitgeber in Deutschland; Bundesagentur für Arbeit, Jobbörse für Arbeitgeber.
